Allgemeine Informationen über Einrichtungen
Dienstleistungszentren (DLZ)
In Bremen (Stadt) gibt es 17 Dienstleistungszentren, die unter den einzelnen Trägern der Wohlfahrtspflege (AWO, Caritasverband, DRK und PGSD) aufgeteilt sind. In allen Dienstleistungszentren finden Sie Beratung und Unterstützung für ältere oder / und behinderte Menschen rund um die ambulante Versorgung und Pflege. Individuell Ihren Bedürfnissen angepaßt können verschiedene Hilfen vermittelt und organisiert werden, damit Sie möglichst lange in Ihrer eigenen Häuslichkeit leben können. Dazu gehören u. a. Hausnotruf, Essen auf Rädern, Nachbarschaftshilfe und ambulante Pflege. Auch die Vermittlung von senioren- oder behindertengerechten Wohnungen werden z.T. angeboten.
Angehörigengruppen (Selbsthilfegruppen)
Die Betreuung und Pflege von demenziell erkrankten Menschen ist eine schwere und verantwortungsvolle Aufgabe. Nicht selten bedeutet dies eine extreme Belastung und soziale Isolation der Pflegenden, da man "rund um die Uhr" im Einsatz ist. In diesen angeleiteten Selbsthilfegruppen finden die pflegenden Angehörigen Entlastung. Sie treffen hier Menschen, die in ähnlichen Situationen sind. Man kann hier offen über die Probleme sprechen, neue Kontakte knüpfen und sich gegenseitig unterstützen. In den meisten Gruppen werden auch Vorträge zu bestimmten Themen wie z.B. Inkontinenzmittel oder Betreuungsrecht angeboten. Für die Zeit der Gruppentreffen können bei Bedarf Nachbarschaftshelferinnen über die Dienstleistungszentren zur Betreuung der Demenzkranken zu Hause engagiert werden.
Betreuungsgruppen / Tagesbetreuung
In Betreuungsgruppen werden demenziell erkrankten Menschen an zwei Tagen in der Woche betreut. Ähnlich wie in Tagespflegen gibt es hier auch meist einen Hol- und Bringdienst. Der Unterschied zu Tagespflegen ist, dass dieses Betreuungsangebot nicht an allen Tagen in der Woche vorhanden ist und dass die Betreuungszeiten (z.B. von 8.00 - 13.30 Uhr) kürzer sind. Aber auch in den Betreuungsgruppen werden verschiedenen Mahlzeiten angeboten und es finden unterschiedliche Aktivitäten statt.
Tagespflegen
Dies sind teilstationäre Einrichtungen, d. h. der demenziell Erkrankte wird morgens abgeholt und verbringt den halben Tag in der Tagespflege. Dort werden die entsprechenden Mahlzeiten gemeinsam eingenommen und es finden verschiedene Beschäftigungen statt. Am späten Nachmittag werden die Tagespflegegäste wieder nach Hause gefahren. Die meisten Tagespflegen in Bremen haben ein integratives Konzept, d. h. sie sind nicht auf Demenzerkrankte spezialisiert. Nur eine (Tagespflege Ohlenhof in Gröpelingen) ist speziell für Menschen mit Demenz. Je nach Einrichtung kann der an Demenz Erkrankte 3 bis 5 Tage in der Woche als Gast dort aufgenommen werden. Tagespflegen sind sowohl für die Angehörigen eine Entlastung als auch für die Betroffenen sinnvoll, da die Demenzkranken hier tagesstrukturierende Beschäftigungen erleben und durch Aktivitäten wie z.B. Gedächtnistraining, Sitzgymnastik oder gemeinsames Singen zusätzlich gefördert werden. Tagespflegen können eine Heimunterbringung verhindern bzw. sie hinauszögern. Die Leistungen der Tagespflegen können über die Pflegeversicherung finanziert werden.
Ambulante Pflegedienste
Ambulante Pflegedienste (auch "Häusliche Krankenpflege" genannt) betreuen Pflegebedürftige in deren eigene Häuslichkeit. Das Personal kann sich aus examinierten Krankenschwestern, Pflegekräften und SchwesterhelferInnen zusammensetzen. Je nach individuellem Bedarf kann ein Pflegedienst für nur einmal in der Woche oder täglich mehrmals engagiert werden. Ebenso kann auch ein ambulanter Pflegedienst nur für einen bestimmten Zeitraum engagiert werden, wenn die pflegenden Angehörigen verhindert sind weil sie z.B. in Urlaub fahren oder ins Krankenhaus müssen (Verhinderungspflege). Alle Pflegedienste bieten neben der Grund- und Behandlungspflege auch Beratung und Unterstützung bei der Antragstellung der Pflegeversicherung, bei Vermittlung und Finanzierung von Hilfsmitteln und allgemeinen Fragen der Pflege an. Einige Pflegedienste haben auch vom Land Bremen die Anerkennung als niedersschwelliges Angebot, d.h. sie bieten im Rahmen des Pflegeleistungsergänzungsgesetzes auch Betreuungsangebote für Demenkranke an.
Pflegeheime
Pflegeheime sind stationäre Einrichtungen, in denen zumeist ältere pflegebedürftige Menschen leben. Bei der Langzeitpflege geht man davon aus, dass der Bewohner dort seinen Lebensabend verbringt. Dabei erfährt er jederzeit professionelle Pflege und Versorgung. In den einzelnen Pflegeheimen gibt es unterschiedliche Konzepte bezüglich der Dementenbetreuung. Einigen Pflegeheime haben spezielle Wohnbereiche, in denen spezifischer auf die Bedürfnisse der Menschen mit Demenz eingegangen werden kann. Einige wenige Pflegeheime sind auch ganz und gar nur auf Demenzerkranke eingestellt, und haben sowohl das Pflege- und Betreuungskonzept als auch die baulichen Bedingugen ganz auf diesen Personenkreis abgestimmt. Grundsätzlich sollte man bei der Wahl eines Pflegeheimes neben den Kosten auch darauf achten, welches Konzept es für die Betreuung der Demenzkranken gibt und welche Aufnahmebedingungen bestehen (einige Pflegeheime setzten eine Pflegestufe von mind. II voraus oder spezielle Gutachten). In manchen Heimen können auch demenziell Erkrankten mit Weglauftendenzen nicht aufgenommen werden.
Einige Pflegeheime bieten neben der Langzeit- auch die Kurzzeitpflege an. Diese wird in einem Kalenderjahr für max. vier Wochen von der Pflegekasse finanziert (wenn eine Pflegestufe vorliegt!). Kurzzeitpflege kann dann in Anspruch genommen werden, wenn z.B. die pflegenden Angehörigen durch Krankenhausaufenthalt verhindert sind oder in Urlaub fahren und der an Demenz Erkrankte nicht allein in der Wohnung leben kann. Dabei müssen die vier Wochen im Jahr nicht in einem Stück in Anspruch genommen werden.
Wohngemeinschaften
Wohngemeinschaften sind eine spezielle Wohnform. Die Menschen mit Demenz leben in einem Haus zusammen und werden rund um die Uhr (also auch nachts) von professionellen Kräften betreut. Wohngemeinschaften sind aber trotzdem kein stationäres Pflegeheim, sondern gelten auch gegenüber den Pflegekassen als ambulantes Angebot, was sich auch bei der Finanzierung über die Pflegeversicherung ausdrückt. Der Vorteil dieser Wohnform liegt darin, dass die Wohngemeinschaft meist sehr klein ist ( es also nur wenige Bewohner gibt) und durch die besondere Betreuungsform stark auf die individuellen Bedürfnisse der Bewohner eingegangen werden kann. Engagierte Angehörige oder gesetzliche Betreuer sind dabei gern gesehen bzw. eine Voraussetzung.
Beratungsstellen
In den Beratungsstellen in Bremen werden Sie zu unterschiedlichen Themen ausführlich und kompetent beraten. Da die meisten Beratungsstellen für ganz Bremen Ansprechpartner sind, haben wir sie in unserer Adressenbank unter dem Bezirk "zentral" abgespeichert. Sie finden hier unter "Beratungsstellen":
- Betreuungsverein Hilfswerk Bremen für Menschen mit Beeinträchtigungen e.V. : hier erhalten Sie Informationen und Unterstützung in allen Fragen zum Betreuungsrecht.
- Unabhängige Patientenberatung: hier bekommen Sie Informationen zu allen Leistungen der Krankenkassen, Pflegeklassen und Sozialhilfeträgern. Auch bei Beschwerden oder Konflikten mit Ärzten, Pflegediensten, Pflegeheimen o.ä. können Sie sich an die Unabhängige Patientenberatung wenden.
- Help-Line: das Notruftelefon für pflegende Angehörige und älterer Menschen.