Wenn Sie eine persönliche Beratung wünschen oder sich Informationsmaterial abholen möchten, vereinbaren Sie bitte aufgrund der Corona-Pandemie unbedingt vorab einen Termin mit uns. 

Montags bis donnerstags von 9 - 17 Uhr und freitags von 9-13 Uhr sind wir telefonisch oder per E-Mail für Sie erreichbar und beantworten gerne Ihre Fragen oder vereinbaren Termine mit Ihnen.

 

 

 

 

 

 

29.05.2020

Hinweise zu vorübergehenden Corona-bedingten Änderungen in der Pflegeversicherung bzw. zum Pflegeleistungsrecht für pflegende Angehörige und Pflegebedürftige

Beantragung eines Pflegegrades/Begutachtung

  • Wer einen Pflegegrad beantragt, erhält derzeit keinen Besuch durch den Medizinischen Dienst (MDK), um den Grad der Pflegebedürftigkeit festzustellen. Die Einstufung erfolgt nach Aktenlage und ggf. telefonischer Befragung. Auf diese telefonische Befragung sollte man sich vorbereiten. Man hat auch das Recht, einen Termin für das Telefoninterview  zu vereinbaren. D.h., sollte es zum Zeitpunkt des Anrufs durch den MDK unpassend sein, so bittet man um Terminverschiebung.
  • Die Bearbeitungsfrist für Anträge auf Leistungen der Pflegeversicherung (25 Arbeitstage) wird zunächst bis zum 30.09.2020 ausgesetzt. Ausnahmen gelten für bestimmte Fälle, wie z. B. Erstanträge auf Pflegesachleistungen (wenn keine Pflegeperson vorhanden ist) oder Erstanträge auf vollstationäre Pflegeleistungen.

Beratungsbesuche

  • Unter anderem werden Pflichttermine, sogenannte Beratungsbesuche nach § 37 Abs. 3 SGB XI, die Voraussetzung für den Bezug von Pflegegeld sind, zeitlich begrenzt ausgesetzt. Die Betroffenen erhalten dennoch Pflegegeld.

Entlastungsbetrag

  • Pflegebedürftige des Pflegegrades 1 können bis zum 30.09.2020 den Entlastungsbetrag nach § 45b SGB XI in Höhe von 125 Euro monatlich auch für Hilfen außerhalb der geltenden Regelung einsetzen, um Corona-bedingte Versorgungsengpässe auszugleichen. Der Entlastungsbetrag kann somit auch für Nachbarschaftshelfer genutzt werden, die keinen Qualifikationsnachweis haben.
  • Nicht genutzte Beträge für Entlastungsleistungen aus 2019 können dank einer Fristverlängerungen noch bis zum 30.09.2020 genutzt werden. Dies gilt für Pflegebedürftige aller Pflegegrade.

Pflegeunterstützungsgeld - Entgeltersatzleistung für kurzzeitige Arbeitsverhinderung nach § 2 PflegeZG

  • Bis zum 30.09.2020 wird die Zahlung von zehn auf 20 Arbeitstage verlängert.

Monatspauschale für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel

  • Pflegebedürftige, die zu Hause (oder im Servicewohnen) gepflegt werden, haben ab Pflegegrad 1 Anspruch auf zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel. Die Pauschale für zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel wurde (wegen der durch Corona bedingten höheren Kosten) im Mai vorübergehend rückwirkend vom 01.04. bis zum 30.09.2020 von 40 Euro auf 60 Euro pro Monat erhöht.